Technical Rider für kleine Clubs: eine Seite reicht
Besetzung, Kanalliste, Backline, Monitore, Stageplan — was der Techniker im Club wirklich braucht, von oben nach unten, auf einem Blatt.

Ein Technical Rider für einen kleinen Club ist eine Seite. Mehr liest dort niemand: Der Techniker will vor eurer Ankunft wissen, was auf der Bühne steht, was Signal liefert und was ihm fehlt. Hier ist die Seite, von oben nach unten.
Die eine Seite, von oben nach unten
Kopfzeile: Band, Datum, eine Nummer
Bandname, Datum der Fassung und eine Handynummer, unter der jemand Technikfragen beantwortet — die Kontaktnummer der Band, keine private: ein Rider wird weitergeleitet, und die Nummer reist mit. Ein Rider ohne Telefonnummer erzeugt eine Mail-Kette; eine Nummer erledigt dieselbe Frage in zwei Minuten.
Besetzung
Wer spielt was, wer singt — auch die zweite Stimme. Vier Zeilen, aus denen der Techniker die halbe Kanalliste schon selbst ableiten kann.
Kanalliste: was Signal liefert
Alles, was Signal an die Anlage liefert, als Liste: wie viele Gesangsmikrofone, welche Instrumente über Mikrofon oder DI laufen, ob Playbacks oder ein Keyboard dazukommen. Kennt ihr die Fachbegriffe nicht, schreibt es in normalen Worten — „Bass geht direkt ins Pult, Gitarrenverstärker wird abgenommen“ ist eine vollständige Angabe.
Backline: mitgebracht und gebraucht
Zwei Spalten: was ihr mitbringt, was ihr vom Haus braucht. Die zweite Spalte ist der Grund, warum der Rider existiert — was dort steht und nicht kommt, fällt am Abend auf, wenn niemand mehr etwas holen kann.
Monitore und Besonderheiten
Wie viele Monitorwege ihr braucht und was Besonderes dabei ist: Playbacks in stereo, ein Klick für den Drummer, ein akustischer Teil im Set. Was der Techniker davon erst beim Soundcheck erfährt, kostet Soundcheck-Zeit — und die ist knapp.
Stageplan: eine Skizze genügt
Eine Skizze von oben: wo Schlagzeug, Amps und Mikrofone stehen, wo ihr Strom braucht. Von Hand gezeichnet und abfotografiert ist völlig in Ordnung — die Skizze beantwortet Fragen schneller als jeder Absatz Text.
Die Rider-Vorlage zum Ausfüllen
Dieselben sechs Abschnitte als ausfüllbare Vorlage — ausdrucken oder direkt ausfüllen, eine Seite.
Was draußen bleibt
Getränkewünsche und Essen gehören in die Mail zur Gage — der Technical Rider bleibt reine Technik. Auch Wunschlisten bestimmter Mikrofonmodelle könnt ihr euch für kleine Häuser sparen: Der Club arbeitet mit dem, was da ist, und ein Rider voller Modellnummern verlangt Ausstattung, die dort niemand hat.
Wann der Rider verschickt wird
Der Rider wird nach der Zusage geschickt. In der Anfrage zählt, ob ihr ins Programm passt; die Technik wird relevant, sobald der Abend steht. Wie die Anfrage selbst aussieht, steht in Auftritt finden.
FAQ: Stageplan, Kanalliste ohne Vorkenntnisse und das Format
Brauchen wir den Stageplan wirklich?
Für eine Vier-Personen-Band mit Standardaufstellung reicht zur Not die Besetzungsliste — der Techniker weiß, wie eine Rockband aufgebaut ist. Sobald irgendetwas von der Standardaufstellung abweicht, beantwortet die Skizze die Fragen, bevor sie gestellt werden.
Wir kennen uns mit Kanallisten nicht aus — was schreiben wir?
Schreibt in normalen Worten, was ihr auf der Bühne habt und was davon in die Anlage soll. Der Techniker übersetzt das selbst in seine Begriffe — verständliches Deutsch ist besser als falsch verwendeter Fachjargon.
PDF oder einfach Text in der Mail?
Ein PDF, eine Seite, Dateiname mit Bandnamen und Datum. Text direkt in der Mail zerfällt beim Weiterleiten: Zeilenumbrüche verrutschen, die zwei Backline-Spalten werden zu Buchstabensalat, und beim Techniker kommt ein Zitat im Zitat an. Ein PDF überlebt genau diese Weiterleitung — und weitergeleitet wird der Rider immer.
Spielstätten in Deutschland
97 aktuell im Katalog · Stand 2026-10-24
- Béi Chéz Heinz — Hannover
- Chemiefabrik — Dresden, Saxony
- Indra Club — Hamburg (St. Pauli)
- Junkyard — Dortmund
- Kassablanca — Jena, Thuringia
- Musa — Göttingen
- Schaubude — Kiel
- Werk 2 — Leipzig, Saxony
Wohin der Rider geht
Eine Seite reicht für ein kleines Haus. Wie groß das Haus ist, in dem ihr spielt, zeigt das Verzeichnis, und die Karte verlinkt fast immer die eigene Website der Spielstätte — dort seht ihr, wie sie sich selbst beschreibt.
Kurzfassung
Eine Seite, sechs Abschnitte: Kopf mit Telefonnummer, Besetzung, Kanalliste, Backline in zwei Spalten, Monitore mit Besonderheiten, Stageplan als Skizze. In normalen Worten, als PDF, verschickt nach der Zusage. Alles, was der Club stellen soll, steht in der Spalte „gebraucht“ — denn was dort fehlt, fehlt am Abend auf der Bühne.
Jeder Club arbeitet anders. Der Rider ersetzt nicht das kurze Gespräch mit dem Techniker vor Ort — er sorgt dafür, dass es kurz bleiben kann.
Quellen
- Reines Bühnenhandwerk, ohne externe Quellen
Aktualisiert: 2026-09-13
Allgemeine Informationen ohne Rechts- oder Steuerberatung. Zahlenbeispiele sind Beispiele, keine Zusagen.
Stand: 13.09.2026
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