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Blog · Releases & Vertrieb

Song veröffentlichen: der Countdown bis zum Release-Tag

Master fertig, Codes da — jetzt fehlt das Datum. Welche Fristen euch wirklich binden, welche nur Empfehlungen sind, und was bis wann fertig sein muss, rückwärts gerechnet vom Release-Tag.

Song veröffentlichen: der Countdown bis zum Release-Tag

Das Master ist fertig, die Codes stehen — jetzt entscheidet ihr, wann das Ganze erscheint. Der Countdown unten rechnet rückwärts vom Release-Tag, weil jede Frist darin an diesem einen Tag hängt.

Davor steht allerdings eine Frage, die darüber entscheidet, ob ihr einen Tag plant oder eine Woche.

Zuerst: Lässt euer Tarif euch überhaupt planen?

Ein eigenes Release-Datum zu setzen ist bei DistroKid eine Funktion der bezahlten Tarife; im Einstiegstarif erscheint die Musik, sobald sie durch die Prüfung ist. Hinter demselben Tor liegen zwei weitere Dinge, die zur Planung gehören: das Pre-Order und die Möglichkeit, die ISRCs schon vor der Lieferung in der Hand zu haben. Drei Fähigkeiten, drei verschiedene Hilfeseiten, ein Tarif — Bands stoßen einzeln darauf und meist zum ungünstigsten Zeitpunkt. Klärt es in einem Zug: Was kann euer Tarif, und was davon braucht ihr? Ohne wählbares Datum plant ihr eine Woche statt eines Tages, und der Countdown unten wird zur Reihenfolge ohne Kalender.

Woher die Zahlen kommen, bevor ihr mit ihnen rechnet

Die Fristen unten sehen auf den Seiten gleich aus und tragen unterschiedlich weit. Drei Sorten stehen nebeneinander.

Eine Regel sagt, was das Unternehmen selbst tut: Spotify braucht fünf Werktage, um neue Musik live zu bekommen. Eine Schätzung beschreibt eine Warteschlange: Für Apple Music nennt DistroKid ein bis sieben Tage und markiert das als groben Richtwert. Eine Empfehlung ist ein Rat mit einem Zweck dahinter: Vier Wochen Vorlauf empfiehlt DistroKid für den Fall, dass überall am selben Tag erschienen werden soll.

Wer die drei zu „der Branchenstandard ist X“ verrührt, plant nach einer Zahl, die niemand zugesagt hat. Deshalb steht unten bei jeder Frist, wem sie gehört.

Der Countdown, rückwärts vom Release-Tag

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Das Datum steht am Anfang, nicht am Ende

Wählt den Tag zuerst und rechnet alles andere rückwärts. Freitag ist vorgeschrieben nirgends, hat aber einen Grund: Der Release Radar, Spotifys Playlist für neue Musik bei euren Followern, aktualisiert sich jeden Freitag. Ein Freitag trifft sie ohne Umweg.

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Cover-Song? Zuerst die Lizenz

Spielt ihr ein Cover, beginnt euer Countdown hier statt beim Vertrieb: DistroKid lässt Cover-Lizenzen über die Harry Fox Agency klären und nennt dafür bis zu 14 Werktage, bevor das Release überhaupt eingereicht wird. Diese Wochen liegen vor allem anderen.

3

Physisch? GEMA-Meldung und Presswerk zuerst

Presst ihr Vinyl oder CD, ist das der längste Block und der unbestimmteste. Vor der Herstellung verlangt die GEMA die Herstellungsmeldung, also die Anmeldung eurer Produktion. Darauf folgt die Auslieferungsgenehmigung — das Papier, auf das euer Presswerk wartet. In ihrem Leitfaden von 2021 nennt die GEMA dafür voraussichtlich zehn Werktage, und die Rechte selbst entstehen erst mit der vollständigen Bezahlung. Ihre aktuelle Seite nennt zu Bearbeitungszeiten nichts mehr und führt seit 2025 zwei Tarifkategorien: Fragt dort nach, bevor ihr dem Presswerk einen Termin zusagt. Die Produktionszeit selbst steht in eurem Angebot statt auf einer Preisliste — sie beginnt bei geprüften Daten und vorliegender Freigabe, und fehlerhafte Dateien verschieben sie.

4

Vier Wochen vorher: alles an den Vertrieb

Für ein Datum, das in allen Stores gleichzeitig gilt, empfiehlt DistroKid mindestens vier Wochen Vorlauf, und nennt den Grund dazu: Sonst steht euer Release am Stichtag womöglich noch in einer Prüfschlange. Master und Artwork sind zu diesem Zeitpunkt fertig — das Mastern liegt mit seinen eigenen Wochen also davor.

5

Zehn bis sieben Tage vorher: der Pitch

Spotify nimmt den Pitch bis sieben Tage vor Release an, und diese Frist kauft euch zwei verschiedene Dinge. Zugesagt ist eines: Wer rechtzeitig pitcht, landet mit dem selbst gewählten Song im Release Radar seiner Follower. Erhofft ist das andere: Die Redaktion hat Zeit zu hören — eine Platzierung verspricht Spotify ausdrücklich nicht. Bei Apple sind es zehn Tage für die volle Berücksichtigung und sieben als letzte Frist, und dort pitcht ihr nicht selbst: Das Werkzeug hängt an Label- und Vertriebszugängen. Eure Handlung ist, den Vertrieb rechtzeitig darum zu bitten.

6

Fünf Werktage vorher: die letzte Grenze

Fünf Werktage vor dem Termin braucht Spotify die Lieferung, um rechtzeitig live zu sein. Ob diese fünf Tage ab der Lieferung des Vertriebs zählen oder ab eurem Upload, sagt keine der Seiten, die wir gelesen haben — und der Vertrieb prüft davor selbst noch mehrere Tage. Rechnet deshalb mit der Summe beider Fenster und legt den Puffer vor das Datum statt dahinter.

7

Release-Tag

Am Tag selbst bleibt wenig zu steuern; entschieden habt ihr das meiste vier Wochen vorher. Den Pitch könnt ihr bis zum Release-Tag noch ändern — ob die Redaktion die Änderung dann noch sieht, sagt Spotify ausdrücklich nicht zu.

Was Gewohnheit ist und was Regel

Vier Sätze laufen unter Bands herum, und jeder hat seinen wahren Kern an der falschen Stelle.

„Unter vier Wochen nimmt Spotify das nicht.“ Spotifys eigene Grenze sind fünf Werktage. Die vier Wochen sind DistroKids Empfehlung für den Fall, dass überall derselbe Tag gelten soll — zwei Zahlen, zwei Zwecke, zwei Absender.

„Pitchen bringt Playlist-Plätze.“ Spotify schreibt selbst, dass ein Pitch keine Platzierung garantiert. Verlässlich bekommt ihr den Release-Radar-Platz bei euren Followern und die Wahl, welcher Song dorthin geht.

„Ein alter Song, neu hochgeladen, gibt einen Release-Radar-Schub.“ Songs, die schon auf Spotify sind, schließt Release Radar aus, ebenso akustische, Karaoke- und Live-Fassungen; Remixe laufen mit. Und jeder Hörer bekommt dort pro Woche einen Song pro Künstler, nicht die ganze Platte.

„Vor dem Release müssen wir bei GEMA und GVL angemeldet sein.“ Bei einer digitalen Veröffentlichung setzt keine unserer Quellen eine Verwertungsgesellschaft in den Countdown — die GVL nimmt Meldungen vier Jahre lang an. Bei einer gepressten Platte steht die GEMA-Meldung dagegen ganz vorn, wie oben beschrieben. Welche Hälfte für euch gilt, entscheidet das Format.

FAQ: Einstiegstarif, Pre-Order, Neu-Upload und Lieferzeit

Was, wenn wir im Einstiegstarif sind?

Dann bekommt ihr statt eines Wunschdatums eine Woche: Die Musik erscheint, sobald Prüfung und Ingestion durch sind. Der Countdown gilt weiter, nur als Reihenfolge statt als Kalender. Eine Sache hängt allerdings daran: Der Pitch mit seiner Sieben-Tage-Frist braucht ein Datum, das ihr kennt — wer pitchen will, braucht also den Tarif, der das Datum erlaubt.

Lohnt sich ein Pre-Order?

Ein Pre-Order verlangt bei DistroKid mindestens fünf Tage Vorlauf und denselben bezahlten Tarif. Fürs Pre-Add auf Apple Music kommt eine inhaltliche Entscheidung dazu: Apple verlangt dafür einen Song, der sofort verfügbar ist. Ihr legt also fest, welcher Song vorab herausgeht — eine Songentscheidung, versteckt in einer Terminfunktion.

Wir laden ein Release neu hoch — sind die Streams weg?

Die Wiedergabezahlen lassen sich retten: Spotify beschreibt dafür Track-Linking, sofern Audio und Metadaten der alten und der neuen Fassung übereinstimmen — Länge, Titel und Künstlername inklusive. Was mit Playlist-Plätzen geschieht, sagt die Seite nicht, und über Codes steht dort ebenfalls nichts. Plant den Schritt ohne diese beiden Versprechen.

Wie lange dauert es, bis die Stores es haben?

Nach dem Vertrieb wartet jeder Store für sich. DistroKid nennt eigene Erfahrungswerte und markiert sie als Schätzung: Apple Music ein bis sieben Tage, Spotify zwei bis fünf, Amazon ein bis zwei, TikTok ein bis zwei, Facebook und Instagram ein bis zwei Wochen. Bei Pandora und in Teilen von Amazon entscheidet eine Redaktion, und dafür nennt DistroKid gar keine Zeit.

Die eine Sache, die immer stimmt

Setzt das Datum. Rechnet an eurem Planungstag mit den Zahlen, die dann bei Spotify, Apple, eurem Vertrieb und gegebenenfalls der GEMA stehen. Übergebt Master und Artwork so, dass der ganze Puffer vor dem Datum liegt. Diese drei Schritte bleiben richtig, wenn jede einzelne Zahl in diesem Text sich geändert hat.

Wenn ein Konzert zum Release gehört

Steht das Datum, lässt sich der Abend dazu planen — vorher geht es nicht. Unser Verzeichnis führt Spielstätten mit Website und Genre-Profil, geprüft und kostenlos.

Spielstätten durchsuchen

Kurzfassung

Zuerst die Tariffrage: Ohne wählbares Datum plant ihr eine Woche, keinen Tag. Dann rückwärts vom Release-Tag: Cover-Lizenz und GEMA-Meldung ganz vorn, falls sie euch betreffen. Vier Wochen vorher geht alles an den Vertrieb, wenn überall derselbe Tag gelten soll. Zehn bis sieben Tage vorher folgt der Pitch, den bei Apple der Vertrieb macht, und fünf Werktage sind bei Spotify die letzte Grenze. Freitag ist Gewohnheit mit Grund. Und jede dieser Zahlen gehört einem Unternehmen: Prüft sie an dem Tag, an dem ihr plant.

Stand der Zahlen: September 2026, aus den unten genannten Quellen. Jede Frist unten gehört einem Unternehmen und steht auf dessen eigener Seite — Plattformen, Vertriebe und Presswerke ändern sie, wann sie wollen, und kündigen das niemandem an. Rechnet euren Countdown mit den Zahlen, die an eurem Planungstag dort stehen.

Quellen

  • Spotify Support, „Music not live on release day?“ (fünf Werktage Lieferfrist), „Pitching music and videos to Spotify playlist editors“ (Sieben-Tage-Frist, keine Platzierungsgarantie), „Getting music on Release Radar“ (wöchentliche Aktualisierung, Ausschlüsse) und „Re-uploading music“ (Track-Linking); geprüft 06.09.2026
  • Apple, „Apple Music Pitch“ auf Apple Music Connect (zehn Tage volle Berücksichtigung, sieben Tage letzte Frist, Zugang nur über Admin- oder Marketing-Rolle) und „Music pre-releases“ auf Apple Music Provider Support (Voraussetzungen fürs Pre-Add); geprüft 06.09.2026
  • DistroKid Help Center: Ingestion-Schätzungen je Store, Empfehlung von vier Wochen für ein einheitliches Datum, Mindestvorlauf beim Pre-Order, Cover-Lizenz über die Harry Fox Agency; dazu distrokid.com/pricing (eigenes Release-Datum als Funktion der bezahlten Tarife); geprüft 06.09.2026
  • GEMA, „Allgemeiner Leitfaden zur Vervielfältigung und/oder Verbreitung von Audio-Produkten“, Stand 01/05/21, S. 2–3 (Herstellungsmeldung vor der Herstellung, Auslieferungsgenehmigung voraussichtlich innerhalb von zehn Werktagen, Rechte erst mit vollständiger Zahlung) und die aktuelle Seite „Ihre Bild- und Tonträger bei der GEMA anmelden“ (zwei Tarifkategorien seit 2025, Anmeldung über das Onlineportal, ohne Angabe einer Bearbeitungszeit); geprüft 06.09.2026
  • presswerk.de, „Fertigung & Lieferung“ (Produktionszeiten je Angebot, Fristbeginn ab geprüften Daten und Freigabe der Verwertungsgesellschaft) und optimal media, Seite zur Vinylpressung (ohne Angabe einer Lieferzeit); geprüft 06.09. und 07.09.2026

Aktualisiert: 2026-09-09

Allgemeine Informationen ohne Rechts- oder Steuerberatung. Zahlenbeispiele sind Beispiele, keine Zusagen.

Stand: 09.09.2026